Ehrenamt und Steuern

Das Ehrenamt zeichnet sich dadurch aus, dass für die ehrenamtliche Arbeit grundsätzlich keine Vergütung gezahlt wird, sondern nur die in tatsächlicher Höhe nachgewiesenen Auslagen steuerfrei erstattet werden können (Auslagenersatz). Von diesem Grundsatz gibt es gelegentliche Ausnahmen.

Übungsleiterfreibetrag

(nach § 3 Nr. 26 Einkommensteuergesetz (EStG))

Sofern die Leiterin eines Chores, eines Orchesters oder einer Gymnastikgruppe (Übungsleiterin) für ihre ehrenamtliche nebenberufliche Tätigkeit von der Kirchengemeinde Geldbeträge erhält, sind diese Einnahmen bis 2.400 € pro Jahr einkommensteuerfrei. Das gilt auch für die nebenberufliche Tätigkeit als Erzieher, Ausbilder oder Betreuer im Dienst oder Auftrag einer Kirchengemeinde.

Daneben können konkrete Auslagen (z.B. Fahrt-, Telefon- und Portokosten) erstattet werden.

Die Übungsleiterpauschale kann mit einem Minijob kombiniert werden. So kann pro Kalendermonat insgesamt eine Vergütung von 650 € steuerfrei gezahlt werden. Sofern dieser Betrag überschritten wird, sind die gesamten Einnahmen steuerpflichtig.

Ehrenamtsfreibetrag

(nach § 3 Nr. 26 a EStG)

Wenn die Voraussetzungen für den Übungsleiterfreibetrag nicht vorliegen, sind Einnahmen von bis zu 720 € im Jahr aus nebenberuflichen Tätigkeiten für Kirchengemeinden, Kirchenkreise oder andere kirchliche Organisationen von der Einkommensteuer befreit. Zu den steuerfreien Einnahmen zählt sowohl eine Vergütung als auch ein pauschaler Auslagenersatz. Beides kann nebeneinander gezahlt werden, sofern 720 € im Jahr nicht überschritten werden.

Daneben können konkrete Auslagen (z.B. Fahrt-, Telefon- und Portokosten) erstattet werden.

Der Übungsleiterfreibetrag und der Ehrenamtsfreibetrag können nicht für die gleiche Tätigkeit nebeneinander gewährt werden.

Übrigens: Die Tätigkeit einer Presbyterin oder eines Presbyters erfolgt ausschließlich ehrenamtlich. Konkrete Auslagen können selbstverständlich erstattet werden. Eine darüber hinausgehende Zahlung ist in der Kirchenordnung nicht vorgesehen. Im Ausnahmefall kann in Abstimmung mit dem Landeskirchenamt im Rahmen des § 3 Nr. 26 a EStG ein pauschaler Auslagenersatz gezahlt werden.

Für weitere Rückfragen steht das Steuerdezernat im Landeskirchenamt zur Verfügung.

Kontakt im Landeskirchenamt

Martina Heinrich
Telefon: 0521 594-276
E-Mail

 
 
 
 
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